Overtrading ist das Verhaltensmuster, in einer Session zu viele Positionen einzugehen — oft mehr, als die Setup-Dichte des Marktes hergibt. Der Trader ist gelangweilt, ruhelos oder fühlt, er müsse „aktiv bleiben". Die Setup-Qualität fällt; die Equity-Kurve verliert an diesen Tagen leise an Boden.
Der Detektor liest zwei Signale aus der Trade-Historie:
- Tempo-Signal — gruppiere alle geschlossenen Trades nach Tag, berechne den eigenen Median an Trades-pro-Tag des Traders und markiere Tage, deren Zähler ein Vielfaches dieses Tempos überschritten hat. Die EIGENE Baseline ist der Vergleich, nicht eine globale — ein Scalper mit 10 Trades/Tag und ein Swing-Trader mit 1 Trade/Tag haben jeweils ihre eigene Definition von „Overtrading".
- G&V-Richtungs-Guard — markierte Tage müssen zusätzlich einen aggregierten Netto-G&V haben, der MATERIELL SCHWÄCHER ist als an Tagen mit Normal-Tempo. Ein Hoch-Zähler-Tag, der zufällig profitabler war, war ein aktiver Markt, den der Trader mitgenommen hat — kein Verhaltens-Overtrading. Die Karte bleibt in diesem Fall still.
Beide Signale müssen feuern, damit die Karte erscheint. So wird ein produktiver Scalping-Tag nicht mit einem „du hast zu viel getradet"-Label diffamiert, wenn der Trader tatsächlich gut performt hat.
20 aktive Trading-Tage. Median-Tempo: 2 Trades/Tag. 4 dieser Tage schlossen mit 5+ Trades (deutlich über Tempo) UND diese 4 Tage endeten jeweils mit negativem Netto-G&V, während Tage mit Normal-Tempo im Schnitt positiv waren.
Schweregrad-Bänder auf der Overtrading-Quote: - Leicht — gelegentliches Overtrading in einer ruhigen Woche. Im Journal vermerken; eine schlechte Woche pro Monat ist menschlich. - Moderat — etabliertes Muster. Etwa jeder vierte aktive Tag liegt über Tempo UND verliert Geld. Der Fix ist eine tägliche Trade-Limit-Regel. - Schwer — dominanter Modus. Das erhöhte Tempo des Traders IST das neue Normal — und es ist die blutende Kante. Keine neuen Entries, bis die Quote materiell zurückfällt, oder Paper-Trading, bis sie es tut.
Die Onyx-Engine ordnet die Quote einem dieser Bänder zu; die Schwellenwerte sind TradeOnyx-interne Kalibrierung.
Warum der G&V-Richtungs-Guard zählt. Ein reiner Zähler-Detektor würde einen produktiven Scalping-Tag fälschlich als Problem abstempeln. Der Markt liefert manchmal wirklich 8 Setups, wenn 2 die Norm sind — diese Tage sind nicht das Problem. Der Detektor verlangt, dass die Tage mit hohem Trade-Zähler zusätzlich MATERIELL SCHWÄCHER sind als Normal-Tage; nur dann ist das Muster tatsächlich verhaltensgetrieben.
Der Fix ist mechanisch. Tägliches Trade-Limit: eine Zahl, ab der die heutige Session unabhängig von Opportunitäten endet. Die meisten User finden, dass der eigene Median plus 50 % die richtige Obergrenze ist — restriktiv genug, um die Gelangweilt-Klick-Gewohnheit zu brechen, großzügig genug, um wirklich aktive Märkte mitzunehmen. Verbinde das Limit mit der Plan-Adhärenz-Achse der Disziplin-Scorecard, damit der Tagesvergleich Zähler-vs-Limit im Wochen-Review auftaucht.
Tier: Pro. Verhaltens-Disziplin-Achse. Feuert oft gemeinsam mit Revenge-Trading (TRA-219) — derselbe Wurzelzustand (ruhelos / FOMO / Jagd), zwei verschiedene Symptome.
Wie du die Karte liest:
1. Hero (links) — Overtrading-Quote als Prozent mit Schweregrad-Bewertung. 2. Zwei MicroStats — Dein übliches Tempo (Median Trades/Tag) und G&V Normal-Tage (die aggregierte Baseline pro typischem Tag). 3. Kosten-Callout (rote Box) — der Ø G&V an Overtrading-Tagen direkt nebeneinander mit Pro-Tag-Suffix. Die Zahl soll auffallen; das ist der Punkt. 4. Hint-Zeile — handlungsorientiert: die tägliche Trade-Limit-Regel.
Re-Check-Frequenz: wöchentlich. Tagesschwankungen sind Rauschen; das Muster stabilisiert sich nach ~3–4 Wochen Trading.
Tier: Pro.