Der Muster-Tab ist Point-in-Time: er zeigt dir den Stand aller 28 Detektoren heute. Der Insights-Feed ist die Zeitachse darüber — jedes Mal, wenn die Engine deine Muster neu berechnet, vergleicht sie mit dem vorherigen Snapshot und persistiert die Änderungen:
- aufgetaucht — ein Detektor hat in diesem Lauf zugeschlagen, der vorher nicht zugeschlagen hatte (eine frische Red-Flag).
- gelöst — ein Detektor hat aufgehört zuzuschlagen (du hast ein Disziplin-Problem behoben).
Der Feed liegt unter Tools → Analytics → Insights-Feed. Jede Zeile trägt das Datum der Erkennung, die Detektor-Art (Revenge-Trading, Freitags-Drift, …) und einen Link, der dich zurück in die zugehörige Karte im Muster-Tab bringt, damit du den vollen Kontext heute siehst.
Der Snapshotter läuft automatisch bei jeder Muster-Neuberechnung — du musst nichts tun. „Gelöst"-Einträge sind Absicht: das positive Signal, dass du ein Verhaltens-Problem geklärt hast, ist eines der wenigen Dinge im Trading, die zu feiern es sich lohnt. Die Engine gewichtet sie gleichwertig zu neuen Findings.
Der Feed ist eine Selbst-Coaching-Schleife. Zwei Leseweisen machen ihn wertvoll:
1. Frequenz neuer Einträge. Drei Red-Flags in einer Woche ist ein Stress-Signal — die Engine hat drei verschiedene Verhaltens-Brüche auf einmal entdeckt. Versuche nicht, alle drei gleichzeitig zu lösen; nimm den mit dem größten Hebel (typischerweise Revenge-Trading oder Übertraden) und arbeite eine Woche daran, dann lies den Feed erneut. 2. Zeit-bis-gelöst. Wenn eine Red-Flag vor drei Wochen auftauchte und noch im Feed steht, greifen deine Interventionen nicht. Wenn etwas in einer Woche auftaucht und in der nächsten gelöst ist, hast du den Hebel gefunden. Beide Lesungen helfen dir zu kalibrieren, wie viel Reibung deine Disziplin-Regeln tatsächlich erzeugen.
Warum Info-Karten nicht im Feed sind. Die R-Multiple-Verteilung und die Haltedauer-Qualität zeigen Struktur, keine Warnungen. Sie sind informationell. Sie in den Feed zu packen würde das Action-Signal verwässern — der Feed ist ein Verhaltens-Warn-Log, kein Statistik-Archiv. Den Muster-Tab nutzt du für die strukturellen Berichte.
Sonntags-Review-Paarung. Öffne den Insights-Feed direkt vor dem Wochen-Digest-Mail — fünf Minuten Scrollen sagen dir, was die Engine diese Woche markiert hat, ohne dass du jede Detektor-Karte erneut lesen musst. Alles, was zum zweiten oder dritten Mal auftaucht, bekommt einen Satz in dein Journal: „Freitags-Drift wieder — was ist anders an Freitagen?"
Trader-Coach-Übergabe. Falls du mal mit einem Coach arbeitest, ist der Feed das sauberste Artefakt zum Teilen — ein CSV-Export, eine Zeitleiste, keine narrative Färbung. Der Coach sieht, womit du dich beschäftigt hast, wann du was gelöst hast und was noch wiederkehrt. Kein Screenshare nötig.
Wenn der Feed leer ist. Das ist okay. Entweder hast du die 20-Trade-Schwelle der Onyx-Engine noch nicht überschritten, oder kein Detektor schlägt aus — in dem Fall gibt es nichts, was du dir selbst coachen müsstest, und du journalisierst weiter, bis etwas auftaucht. Stille hier ist dasselbe Signal wie Stille im Muster-Tab: kein Verhaltens-Muster stark genug, um zu handeln.