Sortino nimmt deine Rendite über dem risikofreien Zins und teilt sie durch die Downside-Deviation — also nur die Volatilität der Verlustphasen. Sharpe bestraft eine Strategie auch für heftige Bewegungen nach oben, Sortino nicht. Und genau das macht den Unterschied: Trader liegen nicht wegen eines 5%-Grün-Tags wach, sondern wegen eines 5%-Rot-Tags. Indem Sortino die Aufwärts-Volatilität ignoriert, zeigt er dir sauberer, wie viel schlechte Schwankung du für deine Rendite tatsächlich kaufst.
Eine Strategie macht 14% Rendite pro Jahr, der risikofreie Zins liegt bei 2%, und die Downside-Deviation der Renditen (nur die negativen) beträgt 6%.
Wie Trader die Zahl lesen: - Unter 1,0 — die Verlustphasen verzehren den Großteil deiner Rendite. Edge ist fragil. - 1,0 bis 2,0 — brauchbar. Hier leben die meisten konstanten Retail-Strategien. - 2,0 bis 3,0 — stark. Deine Verlustphasen sind im Verhältnis zu den Gewinnen zahm. - Über 3,0 — herausragend, aber check vorher die Stichprobengröße. Wenige Verlust-Trades im Fenster schminken die Zahl auf.
Faustregel: Sortino sollte für dieselbe Strategie immer höher als Sharpe rauskommen — wenn nicht, hast du irgendwo einen Bug.
Sortino ist die Kennzahl, die du anschaust, wenn Sharpe sich unfair anfühlt. Eine Momentum-Strategie, die in Trendphasen explosionsartig nach oben läuft, wird vom Sharpe genau für diese Explosion abgestraft — Sortino kümmert das nicht, der wiegt nur die Rücksetzer gegen dich. Bei allem, was trendfolgend, Breakout-orientiert oder asymmetrisch ist, liest sich Sortino ehrlicher.
In TradeOnyx findest du Sortino im Overview-Tab unter Advanced metrics, direkt neben Sharpe. Die beiden stehen mit Absicht nebeneinander: ein Blick reicht, um zu sehen, ob die Volatilität der Strategie nach unten gerichtet ist (Downside) oder die, von der du mehr willst (Upside).
Wenn Sortino deutlich höher rauskommt als Sharpe, ist dein Edge primär upside-volatil — so eine Strategie skalierst du. Wenn beide eng beieinander liegen, schwanken Gewinne und Verluste gleich hart, und Sharpe macht seinen Job. Mit dem Periodenfilter im Overview-Tab vergleichst du beide Werte über Woche, Monat, Jahr, all-time — und siehst genau, wann sich der Charakter deiner Strategie verschoben hat.